Die Teilnahme von 31 Gruppenleiter/innen am Wochenendseminar im frühlingshaften Schirgiswalde, bestätigte wohl die Bedeutung und das Interesse an der gewählten Thematik: Arbeitslosigkeit, Armut - Einfluss auf die „Hilfe zur Selbsthilfe“ für Suchtkranke.

Schirgiswalde,
„Perle der Oberlausitz“
Nach dem gewohnt guten Abendbrot ging es gleich zur Sache. Der Gast dieses Abends war Herr Guratsch von der Agentur für Arbeit in Bautzen, der zum Thema: „Neue Aufgaben und Arbeitsweise der Agenturen f. Arbeit und die Wiedereingliederung Suchtkranker in die Erwerbstätigkeit“. Er erläuterte diese Problematik und legte auch ohne Beschönigung die Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen auf die Einkommen der Erwerbslosen und damit den Lebensstandard vieler betroffener Familien dar. In der Diskussion beantwortete er viele Fragen aus dem Forum und es wurden konkrete Schritte zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Freundeskreisen in Sachsen im Interesse der Arbeitsuchenden mit Drogenmissbrauch und Abhängigkeitserkrankungen beraten.
Am nächsten Vormittag begrüßten wir einen schon von
anderen Veranstaltungen bekannten Gast, Frau Dagmar Schicht,
Therapeutin der Suchtberatungsstelle Bautzen.
Sie referierte zum Thema: Die Ursachen der Sucht unter besonderer
Berücksichtigung der begünstigenden Faktoren
Arbeitslosigkeit und Armut.
Erfahrungen der professionellen Suchtkrankenhilfe: Bedingt Sucht
Arbeitslosigkeit oder Arbeitslosigkeit Sucht ?
Mit hoher Sachkenntnis und logischem Aufbau näherte sie sich
unter Einbeziehung der Teilnehmer der Thematik. An dieser Stelle ein
herzliches Danke für ihre enge Verbundenheit und
Wertschätzung der Arbeit der Selbsthilfebewegung.
Der Samstagnachmittag stand traditionsgemäß im Zeichen der Kleingruppenarbeit. Die Teilnehmer der 4 Kleingruppen vertieften die vermittelten Kenntnisse und berichteten über eigene und Gruppenerfahrungen im Umgang mit Armut und Arbeitslosigkeit. Vor allem wurden Erfahrungen und Möglichkeiten im Umgang mit diesen, sich in den nächsten Jahren verstärkenden Differenzierungen unserer Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die Suchtentwicklung und die Arbeit der Freundeskreise, diskutiert.
Nach der gemeinsamen Auswertung der Ergebnisse der Kleingruppen klang
der Abend mit Musik und der Vorstellung der neuesten nachdenklichen
und heiteren Geschichten, sowie einen Vorgeschmack auf dan in Arbeit
befindliche Anschlußroman der „Bittere Erkenntnis“
unseres Horst Christensen vom FK Hoyerswerda, aus.
Herzlichen Dank, lieber Horst für diesen schönen Beitrag
zum Gelingen des Seminars!
Unser Vorsitzende des LV, W. Heinisch sprach am Sonntagmorgen die
Gedanken zum Sonntag und danach erläuterte D. Sonnleitner die
Beantragung und Abrechnung von Fördermittel und gab Hinweise zur
Verbesserung der Finanzierungsabläufe und des Belegwesens.
Die Auswertung des Seminars ergab eine fast einstimmige positive
Wertung der inhaltlichen und organisatorischen Seminargestaltung. Die
Teilnehmer äußerten ihre Betroffenheit zur Thematik, aber
auch ihr Wissen und ihr Glauben an die Möglichkeiten und die
Kraft der „Hilfe zur Selbsthilfe“.